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Einmalig 1987
Boßeln auf der noch nicht eröffneten Autobahn A28
Was ist Boßeln?
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Geschichte des Boßelns

Historisches Bild vom Klootschießen aus dem sich später das Straßenboßeln entwickelte

 

Das Straßenboßeln entwickelte sich in Deutschland nach ersten Anfängen im 17. Jahrhundert vor allem im Zuge der Ausbreitung des Sports vom Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts aus dem Klootschießen.  Es nahm an Beliebtheit schnell zu, als immer mehr Straßen befestigt wurden und weil es einfacher zu spielen war als das Klootschießen mit seiner technisch anspruchsvollen Wurftechnik. Zum Freizeit- und Breitensport wurde das Boßeln aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg.

 

 

Wurfgerät

Die heutigen Wurfgeräte beim Straßenboßeln: Holz- (12cm), Eisen- und Gummikugel

 

Viel größer als beim Klootschießen sind die regionalen Unterschiede bei den verwendeten Kugeln im Straßenboßeln. In Ostfriesland und im Oldenburger Land wird mit Gummi- und Kunststoffkugeln geworfen, die zwischen 8,5 (Jugend F) und zwölf Zentimeter (Männer) durchmessen. Die Kunststoffkugel heißt dort auch Holz, weil sie im Wettbewerb den früher üblichen Pockholter, eine Boßel aus dem harten Holz des Guajak-Baumes, abgelöst hat.

 

Hinzu kommt die Gummikugel. Heute hat sich Weichgummistoff als Material durchgesetzt. Diese Kugeln sind flexibler und bringen größere Weiten. Früher waren die Gummikugeln schwarz, heute dominiert rot. 

 

Die Eisenkugeln bestehen ganz aus Eisen und ist das traditionelle Wurfgerät der Iren. Seit den 60er Jahren ist sie durch die internationale Zusammenarbeit (Europameisterschaften) auch in Deutschland als Wurfgerät anerkannt. Allerdings beschränkt sich dies nur auf Wettkämpfe von Einzelwerfern. Mannschaftswerfen mit der Eisenkugel finden in Deutschland nicht statt.  

Zur Grundausstattung einer Boßelmannschaft zählt neben den Kugeln unbedingt ein Klootsoeker oder auch „Kraber“, der dazu dient, Kugeln aus wasserführenden Straßengräben zu fischen. Er besteht aus einem Korb, an dem ein langer Stiel befestigt ist.

 

Technik

Beim Boßelwurf wird der Arm im Laufen zunächst nach hinten bewegt und anschließend unter der Hand mit einer schnellen Bewegung wieder nach vorne geschnellt, um die Boßelkugel mit einer hohen Geschwindigkeit loszulassen. Dabei kommt es darauf an, die Flugbahn nicht zu steil werden zu lassen, damit die Kugel nach der Landung auf der Straße noch möglichst weit rollt. Durch verschiedene Techniken beim Abwerfen kann der Boßler der Kugel einen Drall mitgeben, der es möglich macht, um eine Kurve zu werfen. Im Plattdeutschen werden diese Techniken överd Dum (über den Daumen) und överd Finge (über den Finger) genannt. Der normale Abwurf ohne Drall wird liek ut Hand (gerade aus der Hand) genannt.

Auf geraden Strecken mit geeignetem Untergrund können Spitzen-Boßler mit der Gummikugel problemlos Weiten von 200 Metern mit einem Wurf erzielen.

 

Regeln

Das deutsche Straßenboßeln wird als Streckenwerfen auf der Straße ausgetragen. Dabei treten zwei Mannschaften (bei offiziellen Wettkämpfen je nach Altersklasse in zwei oder vier Gruppen mit je vier Werfern) gegeneinander an. Die Mannschaften werfen abwechselnd, wobei das zurückliegende Team jeweils den ersten Wurf hat. Jeder Werfer setzt mit seinem Wurf am Landepunkt des Vorwerfers seiner Mannschaft an. Gelingt es dabei dem Werfer des zurückliegenden Teams nicht, den Rückstand wettzumachen, erhält der Gegner einen Punkt, der Schoet oder Wurf genannt wird. Ziel des Spiels ist es, möglichst viele Schoets zu erzielen. Die Streckenlänge ist unterschiedlich, da je nach Straßenbeschaffenheit die Wurflänge unterschiedlich ausfällt. Sie sollte so sein, dass jeder Werfer zwischen zehn und zwölf Würfe zu absolvieren hat. Dadurch beträgt die Gesamtstreckenlänge, die die Spieler zurücklegen müssen, mehrere Kilometer. Im offiziellen Spielbetrieb ist auf halber Strecke eine Wende vorgeschrieben.

Die lange Wegstrecke und häufige Unterbrechungen durch den Verkehr auf den öffentlichen Straßen führt dazu, dass Wettkämpfe zwei bis drei Stunden und länger dauern. Gesperrt werden Straßen nur bei großen Wettkämpfen, bei denen neben den Spielern auch zahlreiche Zuschauer die Wurfstrecke säumen.

Hinweisschild für Autofahrer

Boßeln wird auch als Einzelwerfen ausgetragen, zum Beispiel bei den nationalen Meisterschaften. Es gewinnt der Boßler, der mit zehn Würfen nacheinander die größte Weite erzielt hat. Beim irischen Road Bowling wird dabei Mann gegen Mann geworfen, wobei der Bessere eine Runde weiterkommt. Dieses K.O.-System wird in Deutschland bei einigen Preisboßel-Turnieren angewandt.

 

 

Spielbetrieb

In Deutschland wird Klootschießen und Straßenboßeln als Breiten- und Leistungssport betrieben. Der reguläre Spielbetrieb wird in ganz unterschiedlicher Ausprägung von den Landesverbänden organisiert.

Boßelwettkämpfe werden teilweise sogar von Kamerateams begleitet - bei Meisterschaften säumen zahlreiche Zuschauer die Straßen

In den beiden Landesverbänden Ostfriesland und Oldenburg mit zusammen mehr als 40 000 Mitgliedern in 261 Vereinen gibt es im Straßenboßeln einen Punktspielbetrieb mit Ligeneinteilung in verschiedenen Altersklassen: von der Jugend F (acht Jahre und jünger) bis Männer V (70 Jahre). Höchste Spielklassen sind die Landesligen mit jeweils zehn Mannschaften. Dazu kommen jeweils Einzelmeisterschaften in sämtlichen Einzelklassen. Neben dem Punktspiele-Betrieb richtet der LKV Ostfriesland einen Pokalwettbewerb für Vereine aus.

Der Friesische Klootschießer-Verband richtet zudem Mannschafts- und Einzelmeisterschaften für die Landesmeister beider Verbände sowie ein Ranglistenwerfen (Championstour) für die besten Boßler aus Ostfriesland und Oldenburg aus.

 

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